Vom Nordwind geküsst – Eine Wanderung zwischen rosa Quallen und innerer Einkehr
Was als kleiner Spaziergang begann, endete in einer epischen 2½-stündigen Wanderung entlang der stürmischen Nordsee. Der Wind? Ein echter Charakter. Wild, ungestüm – und doch so charmant, man war kurz davor, ihm einen Freundschaftsvertrag anzubieten. Er heulte wie die Sirenen aus Odysseus’ Abenteuern, nur ohne die Gefahr, auf Felsen zu zerschellen. Freddy, unser sensibler Vierbeiner, war sofort im Alarmmodus. Chico hingegen? Der James Dean unter den Hunden – cool, lässig, unbeeindruckt.
Natur, die überrascht – und ein bisschen Hochgebirge am Meer
Die Landschaft war rau, fast trotzig – aber wunderschön. Herbstbeeren leuchteten wie kleine Juwelen, und zwischen den Steinen wuchsen Pflanzen, die eher in alpinen Höhenlagen zu erwarten wären. Und das alles auf Meereshöhe! Jeder neue Wegabschnitt war wie ein Überraschungsei: man wusste nie, was kommt, aber es war immer ein kleines Wunder.
Quallen, Kunstflüge und rosa Steine – Willkommen im Naturkino
Ein paar Fischerboote tuckerten vorbei, Netze wurden ausgeworfen, Möwen veranstalteten Luftakrobatik, und Wildgänse flogen in Formation wie bei einer Parade. Und dann – rosa Quallen! So viele, dass man sich fragte, ob die Nordsee gerade eine Barbie-Phase durchmacht.
Unsere Neugier trieb uns weiter, bis wir eine lange Holzbrücke entdeckten, die zu rosa Steinen führte. Hannes, unser Entdecker, musste natürlich sofort dorthin. Und was fanden wir? Eine Badeanstalt mitten im Meer, auf Felsen gebaut – mit so viel Liebe zum Detail, dass selbst ein Architekturmagazin feuchte Augen bekommen hätte. Einfach nur: wow!
Wenn die Seele plötzlich weint – und wie man sie wieder trocknet
Mitten in dieser Idylle überkam mich plötzlich eine Welle aus Tränen und Angst. Einfach so. Kein Auslöser, kein Drama. Nur ein Gefühl, das tief aus einem anderen Leben zu kommen schien. Hannes nahm mich in den Arm, und ich klopfte meine Lungenakupunkturpunkte – eine Technik, die ich seit über 25 Jahren in meiner Praxis anwende. „Klopf dich frei“ – klingt wie ein Schlager, wirkt aber wie Magie. Nach ein paar Minuten war die Welt wieder in Ordnung. Ein Tool, das in jede Hosentasche passt – und manchmal Leben rettet. Freddy hätte die Klopftechnik übrigens auch gern ausprobiert, aber seine Pfoten sind leider nicht ganz MET-kompatibel. Dafür hat er mitfühlend geschaut und sich demonstrativ neben mich gesetzt – Therapiehund deluxe.
Heimweg mit Herz und Stille
Der Rückweg war lang, aber ebenso bezaubernd. Die Touristen waren abgereist, die Stille war fast heilig. Nur eine einzige heimische Seele begegnete uns – und das war genug. Es war, als würde man bei sich selbst ankommen. Kein WLAN nötig.
Lesestunde mit Tiefgang und Trash
Zurück im warmen Zuhause wartete die Lesestunde. Drei Bücher, drei Welten:
Etwas Spirituelles, das mein Hirn zum Schwitzen bringt.
Ein Roman von der wunderbaren Selina Ritter, die ich seit Jahren kenne.
Und – Trommelwirbel – ein Arztroman aus der „Dr. Norden“-Reihe. Ja, ich weiß. Aber manchmal muss man das Gehirn einfach ausschalten und sich in die Liebe stürzen. Spoiler: Es endet immer gut.
Grüße aus dem Land der Nordwinde
Hier weht nicht nur der Wind, sondern auch die Seele frei. Und manchmal braucht es nur rosa Quallen, eine Holzbrücke und ein bisschen Klopfen, um sich wieder ganz zu fühlen.
Herzlichst – aus dem Land, wo der Wind Geschichten erzählt.
Martina 💚





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