Zimtschnecken, Meereswind und ein verschmitztes Lächeln – Willkommen im Winterschlafparadies



Zwischen Regenschauern, stürmischem Meereswind und vereinzelten Sonnenflecken erobern wir ein kleines Fischerdörfchen, das sich gerade in seinen wohlverdienten Winterschlaf kuschelt. Wir – eine neugierige Vierertruppe – machen uns auf zum romantischen Hafen, wo ein paar Möwen uns mit einem spontanen Kunstflug begrüßen. Die Boote liegen wie in Watte gepackt am Ankerplatz, und die wenigen Menschen, denen wir begegnen, wirken fast wie Statisten in einem skandinavischen Indie-Film.
Am Steg stehen wir – leicht verloren, aber tief beeindruckt. Die Stille ist so intensiv, dass sie fast dröhnt. Und doch: genau das haben wir gesucht. Ein Ort, der uns zur inneren Einkehr zwingt, ohne es zu wissen. Die Sommerlokale? Im Winterschlaf. Die Touristen? Verschwunden. Ein Fischerboot knattert vorbei, der Kapitän – ein älterer Herr mit wettergegerbtem Gesicht und einem Lächeln, das aussieht, als hätte es gerade einen Hering gefangen – mustert uns. Was er wohl denkt? Vielleicht: „Touristen im September? Mutig.“


Doch dann trifft uns die wahre Tragödie: Keine Bäckerei weit und breit. Keine Zimtschnecken. Kein süßer Trost. Als wir erfahren, dass die Einheimischen in der kalten Jahreszeit in den Nachbarort pilgern, tun wir es ihnen gleich – getrieben von Sehnsucht und Zimtverlangen.
Der neue Ort wirkt größer, lebendiger – fast wie das Manhattan des Schärengürtels. Und dann: der Duft. Zimt. Holzofen. Glück. Ich drehe auf dem Absatz um, folge meiner Nase und finde sie – die Bäckerei mit der kleinen, aber feinen Auswahl. Und da liegen sie: die Zimtschnecken. Frisch, warm, verführerisch. Ich bin verloren. Oder besser gesagt: gefunden.
Kaum wieder draußen, stolpere ich über Olssons – ein Fischgeschäft, das aussieht, als hätte Poseidon persönlich die Ware geliefert. Nach süß muss deftig her. Der Fischsalat? Zum Reinsetzen gut. Und das Nummernziehen beim Eintritt? Ein System, das sogar mein Hausarzt neidisch machen würde. Drängeln? Zwecklos. Olssons regiert mit Übersicht und Frische.


Währenddessen warten Chico und Freddy im Auto. Die Geschäfte sind hundefrei, aber ihre Nasen sind auf Empfang. Der Fischgeruch? Ein olfaktorisches Feuerwerk. Ihre Blicke? Erwartungsvoll. Ihre Geduld? Bewundernswert.
Wir sind noch auf Entdeckungsreise. Und eines ist sicher: Hier ist alles anders. Und genau das ist gut so. Die Umstellung wird uns guttun – zwischen Zimtschnecken, Meeresrauschen und verschmitzten Fischerblicken.

Bis bald aus dem Land der salzigen Wellen und süßen Versuchungen - wir bleiben neugierig, hungrig und ein bisschen verzaubert. 💦

Martina Maria

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