🪑 Stühlerücken und feuriger Schwedenofen 🔥
Schon am frühen Morgen, als die Sonne sich hinter mächtigen Wolkengiganten versteckte und die Dämmerung nur zaghaft anklopfte, begann das Schauspiel: Der Wind heulte wie sirenenhafte Geister um das Haus – ein Soundtrack direkt aus einem Edgar-Wallace-Film, nur mit mehr skandinavischem Drama. Freddy zog sich panisch die Bettdecke über den Kopf, während Chico, ganz der coole Hund, sich als „Coolio Iglesias“ inszenierte und stoisch in die Windrichtung blickte.
Die Entscheidung fiel früh und einstimmig: Das Haus wird heute nur im absoluten Zimtschnecken-Notfall verlassen. Der Wind, ein wilder Geselle vom Atlantik, hatte sich mit einem Tiefdruckgebiet aus Island verbündet und brachte Regen mit, der klatschte wie Applaus auf unsere Fensterscheiben.
Auf der Holzterrasse tobte ein Möbelballett: Stühle und Tische rückten sich selbst zurecht, tanzten im Rhythmus des Sturms, als hätten sie ein Abo fürs Freilufttheater. Die Baumkronen verneigten sich tief – fast ehrfürchtig – vor dem Boden. Kein Hund ging freiwillig vor die Tür. Außer Hannes. Denn ein Wochenende ohne Zimtschnecken ist in Schweden ein echter Notfall.
Meine Entscheidung, nur Unterkünfte mit Schwedenofen zu buchen, erwies sich als goldrichtig. Ein paar Holzscheite lagen noch bereit – wie alte Freunde, die auf ihren großen Auftritt warteten. Der Ofen knisterte, flackerte und verwandelte den Raum in ein warmes Nest aus Licht und Gemütlichkeit. Ich saß da, Tee in der Hand, Buch auf dem Schoß, und fühlte mich wie ein skandinavischer Sofaschamane auf Sinnsuche.
Das Wohnzimmer wurde zum Bettenlager deluxe. Jeder fand seinen Kuschelplatz, und zwischen dem Knistern des Feuers hörte man hier und da ein leises Schnarchen – ein Soundtrack der Entspannung. Draußen zogen die Wolken wie wandernde Gedanken vorbei, drinnen herrschte friedliche Magie.
Die Atmosphäre war wie gemacht fürs Schreiben. Die Worte flossen wie von Geisterhand aufs Papier, während der Wind draußen das himmlische Kind spielte und durch jede Ritze pfiff, als wären wir in einem alten Schloss, das seine Geschichten flüstert. Es war ein Zauber, der sich langsam in mir ausbreitete – eine Auszeit, die nicht nur Ruhe brachte, sondern auch Inspiration.
Manchmal braucht es keinen Abenteuerurlaub, sondern nur ein knisterndes Feuer, ein paar wandernde Möbel und ein Hund namens Coolio Iglesias, um zu merken: Die Magie liegt im Moment.
Bis zum nächsten Sturm – oder der nächsten Zimtschnecke.
Martina




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