Zwischen Schären und Seelenwellen: Eine Reise zu mir selbst


Heute war ein Tag, der unter die Haut ging. „Transformierend“ sagt man schnell – doch was sich dahinter verbirgt, sind emotionale Wellen, die wie ein Tsunami über einen hinwegrollen. In dieser Auszeit, fernab von Trubel, Tourismus und Ablenkung, trete ich in einen stillen Dialog mit der dunklen Seite meiner Seele. Sie bringt ans Licht, was lange im Verborgenen lag. Nach sechs Wochen mentaler Stille bleibt nur das pure Fühlen – roh, ehrlich, ungeschönt.

Der Ort, den ich mir ausgesucht habe – oder der mich vielleicht ausgesucht hat – wurde zum Spiegel meiner inneren Prozesse. Ich kam hierher mit dem Wunsch, alte Beziehungswunden zu heilen. Besonders eine, die mir vor fünf Monaten zugemutet wurde: ein tiefer Vertrauensbruch durch Menschen, die mir einst nahestanden. Ich dachte, ich könnte dieses Thema zu Hause lassen. Doch es reiste mit – ungefragt, aber weise. Denn was wir verdrängen, holt uns früher oder später ein. Egal, wo wir sind.

Letzte Nacht träumte ich von einem Gespräch mit diesen Menschen. Heute, an meinem vertrauten Platz am Meer, übersetzte ich diesen Traum in die Realität. Eine lange Sprachnachricht, diktiert von meiner Seele, floss aus mir heraus. Ich schickte sie ab – und ließ los. Es ist erstaunlich, wie tief eine Auszeit greifen kann. Heilung ist kein sanftes Wiegen im Schaukelstuhl, sondern oft ein Schleudergang. Sie fordert uns heraus, Erwartungen und Ängste loszulassen. Und sie führt uns – wenn wir es zulassen – in ein tiefes Vertrauen, dass sich alles zum Guten wandelt.

Ich blicke auf die Schären, die wie Hindernisse im Meer liegen. Und doch finden die Schiffe mühelos ihren Weg hindurch. Dieses Bild berührt mich: Auch in meinem Leben darf alles seinen Weg finden. Ich gebe mich dem Fluss hin.


Und dann – als hätte sich ein energetisches Tor geöffnet – explodierte der Tag in Schönheit. Die Sonne brach durch, der Herbst leuchtete in seinen Farben. Bei Henrik Ollsons gab es fangfrischen Fisch, duftenden Kaffee und süße schwedische Backkunst. Am Fischerhafen tanzten Möwen über das Wasser, kleine Boote schipperten ein, und eine Bank in der Sonne lud zum Verweilen ein.


Die Ruhe kehrte ein – nicht nur draußen, sondern auch in mir. Dankbarkeit nahm ihren Platz ein. Mein Blick wanderte zu all dem, was mir das Leben geschenkt hat. Und die Sonne schien – auch in meinem Inneren.

Und während die Sonne langsam hinter den Schären versinkt, spüre ich: Diese Reise ist mehr als ein Ortswechsel. Sie ist ein Heimkommen zu mir selbst. Jeder Tag hier schreibt ein neues Kapitel – voller Tiefe, Überraschung und leiser Magie.


Wenn du neugierig bist, wie Stille klingt, wenn sie ihre Stimme findet – begleite mich weiter. Vielleicht berührt sie auch dein Herz.

In L8ve Martina Maria 

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