Krakau – BEYOND, Begegnungen und Backwaren, gegen die man keine Chance hat
Nun sind wir wieder zu Hause, die Koffer sind ausgepackt, Chico und Freddy haben uns zurück, und eigentlich wäre damit unsere Krakau-Reise beendet. Eigentlich. Denn manche Reisen hören nicht in dem Moment auf, in dem der Flieger wieder landet. Sie laufen noch eine ganze Weile weiter, weil Bilder auftauchen, Gespräche nachklingen und man beim Anschauen der Fotos merkt, wie viel in ein paar Tagen eigentlich hineinpassen kann.
Und Krakau hatte davon eine ganze Menge zu bieten.
Wir sind mit großer Vorfreude hingeflogen, weil wir wussten, dass uns besondere Tage erwarten würden. Natürlich stand das große BEYOND-Event von Sonic im Mittelpunkt unserer Reise, aber für mich war von Anfang an klar, dass es nicht nur um zwei Tage Kongress gehen würde. Ich habe mich genauso auf die Menschen gefreut, auf unsere Teampartner, auf bekannte Gesichter, auf neue Begegnungen und auf dieses ganz besondere Gefühl, wenn Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenkommen, die etwas miteinander verbindet: die Bereitschaft, weiterzudenken, sich für neue Wege zu öffnen, Erfahrungen auszutauschen und nicht bei dem stehenzubleiben, was man schon immer gekannt oder gemacht hat.
Genau das ist für mich immer wieder das Besondere an solchen Treffen. Im Alltag kennen wir viele Menschen inzwischen über Zoom, Telegram, WhatsApp oder irgendeinen kleinen Kreis auf dem Bildschirm. Man schreibt miteinander, hört sich, sieht sich und meint irgendwann, man kenne sich schon ganz gut. Und dann steht dieser Mensch plötzlich tatsächlich vor einem. Man sitzt gemeinsam am Tisch, trinkt etwas, redet über Dinge, für die in einem Call manchmal gar kein Platz ist, lacht zusammen und erlebt den Menschen noch einmal ganz anders. Aus einem Profilbild wird ein Gegenüber, aus einer Stimme wird eine Begegnung und aus einem Kontakt manchmal eine Verbindung, die sehr viel tiefer geht.
Das BEYOND-Event selbst war natürlich ein wesentlicher Teil dieser Tage. Zwei Tage voller Informationen, Hintergründe, Entwicklungen und Einblicke in das, was bereits entstanden ist und was noch entstehen soll. Gerade wenn man selbst einen neuen Weg eingeschlagen hat, finde ich es wichtig, nicht nur an der Oberfläche zu bleiben, sondern Zusammenhänge besser zu verstehen, Fragen zu stellen, zuzuhören und den eigenen Horizont immer wieder zu erweitern. Für mich bedeutet „Beyond“ genau das: nicht an der bisherigen gedanklichen Grenze stehenzubleiben und zu sagen, bis hierhin kenne ich die Welt und deshalb kann sie dahinter nur genauso weitergehen, sondern neugierig genug zu bleiben, um auch einmal um die Ecke zu schauen.
Was ich von solchen Events allerdings mindestens genauso wertvoll finde wie das Programm auf der Bühne, sind die vielen Dinge, die sich gar nicht planen lassen. Ein Gespräch in der Pause, ein Satz beim Essen, jemand erzählt von seinem eigenen Weg, eine andere Sichtweise taucht auf und plötzlich beginnt im eigenen Kopf etwas weiterzuarbeiten. Genau diese Mischung aus Informationen, Begegnungen, Austausch und gemeinsamer Ausrichtung macht solche Tage für mich besonders.
Ein echtes Highlight war unsere große gemeinsame Bootsfahrt durch Krakau. Drei Stunden waren wir mit einem großen Teil des Teams auf dem Wasser unterwegs, wurden wunderbar verköstigt, hatten Musik dabei und vor allem unglaublich viel Zeit füreinander. Man wechselte die Plätze, kam mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch, schaute zwischendurch auf Krakau, das vom Wasser aus noch einmal einen ganz anderen Eindruck macht, und genoss einfach dieses Miteinander. Kein Termin, bei dem nach 45 Minuten schon der nächste wartet, kein Zoom-Fenster und vor allem niemand, dem man erst einmal sagen muss: „Du bist noch auf stumm.“ 😂
Gerade solche Stunden sind es für mich, die Gemeinschaft wirklich spürbar machen. Nicht weil alle Menschen gleich denken müssen – das wäre für mich ohnehin keine Gemeinschaft –, sondern weil man sich austauschen, voneinander erfahren und miteinander eine gute Zeit verbringen kann. Wir haben viel gelacht, intensiv gesprochen, gut gegessen und einfach diese drei Stunden genossen. Wenn ich heute die Bilder davon anschaue, ist dieses Gefühl sofort wieder da.
Und natürlich war da noch Krakau selbst.
Ich bin sehr froh, dass wir bewusst genügend Zeit eingeplant hatten, um die Stadt nicht nur aus dem Hotelfenster oder auf dem Weg zum Event zu sehen. Krakau ist eine Stadt, in der man wunderbar zu Fuß unterwegs sein kann, und es gibt ständig etwas zu entdecken. Diese wunderschönen alten Häuser und Fassaden, die Plätze, die Kirchen, die kleinen Straßen, die Geschichte, die überall sichtbar ist, und gleichzeitig dieses lebendige Leben dazwischen haben mir ausgesprochen gut gefallen. Man kann laufen, schauen, irgendwo sitzen bleiben, Menschen beobachten, wieder weitergehen und sich einfach ein Stück treiben lassen.
Allerdings gibt es in Krakau ein ernst zu nehmendes Problem, über das in Reiseführern meiner Meinung nach viel zu wenig gesprochen wird.
Die Backwaren.
Ich sage es gleich: Gegen die hat man kaum eine Chance.
Man geht völlig arglos durch die Stadt, ist satt, hat überhaupt keinen Hunger und denkt an nichts Böses. Dann kommt man an einer Auslage vorbei und wird innerhalb weniger Sekunden Opfer eines polnischen Backwarenüberfalls. 😂
Das Zeug liegt da nicht einfach herum. Es präsentiert sich. Es glänzt einen an, ist gefüllt, gerollt, gebacken, bestreut oder mit irgendwelchen Dingen versehen, von denen man fünf Minuten vorher noch gar nicht wusste, dass man sie dringend braucht. Und das Gemeine daran ist: Es sieht nicht nur gut aus.
Es schmeckt auch noch.
Besonders dieses ausgebackene Brot mit Suppe und Gulasch gefüllt hatte es mir angetan. Warm, herrlich gebacken und mit köstlicher Suppe befüllt – und natürlich habe ich auch davon ein Foto gemacht. Man betreibt schließlich einen Reiseblog und trägt eine gewisse Verantwortung. Ich kann meinen Lesern unmöglich etwas über polnische Spezialitäten erzählen, ohne vorher eine seriöse Feldstudie durchgeführt zu haben. Und wissenschaftlich betrachtet reicht eine Stichprobe von einem einzigen Gebäckstück selbstverständlich nicht aus. 😂
Überhaupt hatte ich in Krakau den Eindruck, dass Essen dort zuerst einmal eine optische Angelegenheit ist. Man läuft an einer Bäckerei vorbei, schaut nur ganz kurz hinein – großer Fehler – und schon hat man verloren. Die polnischen Spezialitäten, gerade die Backwaren, sind so liebevoll und appetitlich gemacht, dass sie einen geradezu anspringen. Ich lehne deshalb jede Verantwortung ab. Wir wurden überfallen. Mehrfach.
Und während wir uns in Krakau zwischen BEYOND, Teampartnern, Bootsfahrt, Stadt und diesen völlig übergriffigen Backwaren bewegten, gab es parallel noch eine zweite Reisegeschichte, die sich zu Hause abspielte.
Chico und Freddy waren während dieser Zeit bei ihrer Hundenanny, und dieses Mal war ich besonders froh darüber, dass wir einen Menschen haben, dem wir die beiden mit einem wirklich guten Gefühl anvertrauen können. Chico ist im Moment an der Leber erkrankt und brauchte deshalb mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge als sonst. Natürlich fährt man dann nicht einfach weg und schaltet den Kopf aus. Gerade wenn mit einem Tier gesundheitlich etwas nicht stimmt, reist die Sorge sonst unsichtbar im Handgepäck mit.
Bei unserer Hundenanny bekam Chico allerdings eine Betreuung, die man eigentlich nur noch als Privat-Reha bezeichnen kann. Er wurde umsorgt, beobachtet und gepflegt, bekam genau das, was er brauchte, und wir wurden auf dem Laufenden gehalten. Freddy war natürlich ebenfalls bestens versorgt, sodass unsere beiden „Babys“ vermutlich zwischendurch gar nicht mehr so genau wussten, wer hier eigentlich Urlaub hatte – wir in Krakau oder sie bei ihrer Hundenanny.
Und genau dieses Wissen hat für uns einen großen Unterschied gemacht. Wir konnten die Tage in Krakau wirklich genießen, weil wir wussten, dass zu Hause gut auf die beiden aufgepasst wird. Das ist für mich keineswegs selbstverständlich und etwas, wofür ich sehr dankbar bin.
Wenn ich heute auf diese Reise zurückblicke, dann war es gerade diese Mischung, die Krakau für mich so besonders gemacht hat. Es waren nicht nur die großen Programmpunkte und nicht nur das Event. Es waren die vielen Ebenen dazwischen: Menschen wiederzusehen, neue Menschen kennenzulernen, gemeinsam zu lachen, Gedanken auszutauschen, Neues zu erfahren und gleichzeitig Zeit zu haben, eine fremde Stadt wirklich wahrzunehmen. Auf einem Boot zu sitzen und sich plötzlich bewusst zu machen, wie schön dieser Moment gerade ist. Durch Krakau zu laufen, ohne schon wieder irgendwohin zu müssen. Sich etwas zu gönnen, neugierig zu bleiben und das Leben nicht immer nur auf später zu verschieben.
Für mich hat Fülle genau damit zu tun. Sie ist nicht nur eine Zahl auf einem Konto und auch kein Zustand, den man irgendwann erreicht und dann abhakt. Sie zeigt sich auch darin, Möglichkeiten wahrnehmen zu können, Zeit zu haben, reisen zu dürfen, gute Gespräche zu führen, sich ein schönes Hotel zu gönnen, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, Neues kennenzulernen und dankbar dafür zu sein, dass das eigene Leben größer sein darf als der Radius, in dem man sich jahrelang bewegt hat.
Und manchmal zeigt sich Fülle eben auch in einem polnischen Gebäckstück, das einen völlig ungefragt aus einer Schaufensterauslage anspringt.
Man muss das Leben schließlich nehmen, wie es kommt. Und wenn es frisch gebacken kommt, wäre es ausgesprochen unhöflich, Nein zu sagen. 😂
Krakau hat uns viele Bilder, viele Gespräche und viele schöne Erinnerungen mitgegeben. BEYOND hat neue Gedanken angestoßen, die Begegnungen mit unseren Teampartnern haben einmal mehr gezeigt, wie wertvoll echtes Miteinander ist, und diese wunderschöne Stadt hat dafür gesorgt, dass neben all den Informationen auch das Genießen nicht zu kurz kam.
Jetzt sind wir wieder zu Hause, Chico und Freddy haben ihre Privat-Reha beziehungsweise ihren Hundenanny-Urlaub beendet und wir unseren Krakau-Aufenthalt. Was bleibt, sind viele Fotos, Geschichten, neue Gedanken und dieses schöne Gefühl, dass wir nicht einfach irgendwo gewesen sind, sondern diese Tage wirklich erlebt haben.
Und die polnischen Backwaren?
Die sind in Krakau geblieben.
Zumindest die sichtbaren. Über den Rest schweigen wir. 😂





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